Mut zum Neuanfang
Das Zischen der Siebträgermaschine, Stimmen, Teller klappern. Das Licht von der Bahnhofstraße in Wörgl fällt auf die Tische. Im Raum riecht es nach Espresso und etwas, das sofort Erinnerungen weckt: hausgemachte Sachertorte, Schokolade und Marillenmarmelade.
Ibounig ist eine Konditorei in Wörgl, die ein bestimmtes Gefühl auslöst: Hier will ich bleiben. Anlehnen, durchatmen, ein Stück Kuchen genießen. An den Tischen sitzen Stammgäste, Nachbar:innen, Menschen auf dem Weg zum Zug oder in der Mittagspause. Und hinter der Vitrine? Daniel Ibounig und seine Frau Nora. Ein Unternehmerpaar, das viel gewagt hat, damit sich die Wörgler:innen hier zu Hause fühlen.
Da sein, wenn’s „brennt“
Drei Standorte, rund 20 Mitarbeiter:innen und die hauseigene Backstube. Für Daniel und Nora heißt das: präsent sein, den Überblick bewahren und dort aushelfen, wo es nötig ist. Während bei Daniels Eltern die Aufgaben noch klarer aufgeteilt waren, läuft heute vieles ineinander. Das Ehepaar ist morgens bis abends im Einsatz, sechs Tage die Woche.
Ein mutiger Schritt für Wörgl
Dieser persönliche Einsatz zeigte sich auch in einer der wichtigsten Entscheidungen ihres Unternehmerlebens: Als das Gebäude am bisherigen Produktionsstandort abgerissen werden musste, investierten Daniel und Nora 2025 erneut in ihre Zukunft. Es entstand eine neue Backstube mit Café – mitten in der Bahnhofstraße in Wörgl.
Nach fast 45 Jahren Betriebsgeschichte noch einmal von vorne anzufangen war kein leichter Schritt. Heute sind die beiden stolz auf diesen Weg. Kurz davor wurde bereits die Filiale im Einkaufszentrum M4 modernisiert und umgebaut.
Alles selbst gemacht
Bei Ibounig wird nichts ausgelagert. In der eigenen Zentrale in Wörgl entsteht alles unter einem Dach – von der Hochzeitstorte über Avocado-Lachs-Brötchen bis hin zu Croissants. Brunch-Gerichte, warmes Mittagsmenü und süße Klassiker kommen frisch aus Backstube und Küche. Besonders beliebt bei den Wörgler:innen: der hauseigene Apfelstrudel. Die Äpfel dafür holt Nora aus ihrer Heimat in Südtirol.
Der Strudel steht exemplarisch für das, was den Betrieb ausmacht: Handarbeit, traditionelle Rezepte und wenig Schnickschnack. Denn in Wörgl gilt: Was passt, das bleibt.
Zwischen Wien und Wörgl
Daniel hat sein Handwerk in Tirol gelernt und in Wien – bei der Konditorei Oberlaa und der k.u.k. Hofzuckerbäckerei Heiner – weiter verfeinert. Dort ist Kaffeehauskultur tief verankert. „In Tirol ist vieles bodenständiger, ländlicher. Aber auch wir müssen uns nicht verstecken“, sagt Daniel.
Die Unterschiede zeigen sich vor allem in den Erwartungen: In Wörgl schätzen die Gäste größere Kuchenstücke und vertraute Gesichter hinter der Vitrine. Von aufwendig modellierten Törtchen zu höheren Preisen lassen sich viele Einheimische nur schwer überzeugen.
Und vielleicht ist genau das das Besondere an der Konditorei Ibounig: dass hier nicht alles perfekt sein muss, aber echt. Handgemacht, persönlich und fester Bestandteil von Wörgl.
KONDITOREI IBOUNIG
Bahnhofsstraße 47, 6300 Wörgl
+43 (0) 5332 72 209
info@konditorei-ibounig.at
www.konditorei-ibounig.at