Vom Bauernhof zum Schnegg-Hof

Metzgerei Schnegg, Imsterberg
Metzgerei Schnegg, Imsterberg
26.02.2026
Lesedauer: 2 Minuten

Franz-Joseph Schnegg arbeitet nicht für große Handelsketten oder anonyme Abnehmer:innen. Er schlachtet, zerlegt und veredelt Fleisch für Bäuer:innen und Jäger:innen aus der Umgebung. In seiner Metzgerei in Imsterberg setzt er sich täglich für jene ein, die das eigene Vieh halten und verarbeiten möchten. In zwei Hofläden vertreibt der Unternehmer Hauswurst, Schneggolinis, Kartoffeln, Honig oder hausgemachtes Brot.

Gemeinsam mit seiner Frau und einem kleinen Team macht Franz-Joseph alles selbst: vom Schlachten übers Würzen und Füllen bis hin zum Verkaufen. Wachstum ist für den Imsterberger kein Ziel. „Wenn es größer wird, leidet irgendwann die Qualität“, sagt er. Er will die Kontrolle behalten, um „Herz und Gefühl“ in Wurst und Fleisch einzubringen.

Für Hof und Vieh 

Der Schnegg-Hof in Imsterberg ist keine klassische Metzgerei. Er ist die Grundlage für alle, die ihre Tiere eigenständig halten und lokal verarbeiten lassen möchten – ohne lange Transportwege, ehrlich und nach persönlichen Wünschen. „Es gibt immer weniger Schlachthöfe. Für die kleinen Bauerschaften und Jäger:innen gibt es wenig Alternativen“, betont der Metzgermeister.

 Gewürze passt Franz-Joseph gerne an, manche bringen sogar eigene Mischungen mit. „Mit mir kann man reden“, sagt er. Und genau das schätzen seine Kund:innen.

Das Fundament vom Papa

Schon Franz-Josephs Vater hatte auf dem Hof mit der Direktvermarktung begonnen und 1996 ein eigenes Schlachthaus in Imsterberg errichtet. Dass er heute sein eigener Chef sein kann, verdankt der Junior genau diesem Grundstein: „Wenn mein Papa den Betrieb nicht errichtet hätte, wäre ich heute noch Angestellter“, erklärt er.

Nachdem der Metzgermeister viele Jahre extern gearbeitet und Erfahrung gesammelt hatte, wagte er 2021 den Schritt in die Selbstständigkeit. Seitdem führt er das Unternehmen so, wie er es für richtig hält: überschaubar, mit eigenen Händen und mit Menschen, die er kennt.

Vom Schlachthaus in den SB-Laden

Neben der Lohnschlachtung betreibt die Familie Schnegg zwei Selbstbedienungsläden in der Imster Au und in Oetz. Dort gibt es nicht nur Fleisch- und Wurstwaren aus eigener Verarbeitung, sondern auch viele weitere Produkte aus der Region: Eier, Nudeln, Brot, Honig, Marmeladen, Sirupe, Wildfleisch oder Käse. Zusätzlich verkauft Franz-Joseph einmal wöchentlich am Bauernmarktstand im Einkaufszentrum FMZ Imst.

Die Produkte stammen entweder von ihm, von Landwirt:innen in der Umgebung oder ausgewählten Partnerbetrieben. Das Brot backt der Metzgermeister mit seinen Mitarbeiter:innen in der eigenen Küche.

Gold für Schneggolinis

Dass dieses Handwerk auch überregional überzeugt, zeigte sich 2025 beim 25. Internationalen Fachwettbewerb für Fleisch- und Wurstwaren. Gleich fünf Produkte der Metzgerei Schnegg wurden ausgezeichnet: Schneggolinis (milde Kabanossi) mit Gold, Kaminwurzen und Salami ebenfalls mit Gold. Silber gab es für die Hirschsalami und Bronze für Franz-Josephs Hauswurst.

Warum es „Schnegg-Höfe“ braucht

Große Investitionen, strenge Auflagen und wirtschaftlicher Druck machen es kleinen Betrieben schwer. Echte Metzgereien werden weniger. Das Schlachten allein rechnet sich laut Franz-Joseph kaum. Trotzdem hält er daran fest.

Es wäre sehr schade, wenn es mich nicht gibt. Wer macht das sonst?

Franz-Joseph Schnegg

Der Imsterberger schätzt den persönlichen Kontakt zu den Landwirt:innen und Jäger:innen. Und er brennt für sein Handwerk. Eine Leidenschaft, die man in jedem seiner Produkte schmeckt.

zur betriebsinformation

Logo der Metzgerei Schnegg mit weißer Schrift und gekreuzten Messern auf rotem Hintergrund.

SCHNEGG-HOF / Metzgerei SCHNEGG

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